Geschichte des Prazsky Krysarik (Prager Rattler)










Es handelt sich um eine alte Hunderasse aus dem damaligen Königreich Böhmen (heute Tschechische Republik), die eine tschechische Nationalrasse ist.

Die ältesten Spuren der Rasse stammen vom Chronisten Einhard (770 - 840). Quellen berichten, dass der polnische König Boleslaw II. (1042 - 1081) 2 tschechische Rattenhunde als Geschenk erhalten hatte. Spätere Quellen besagen, dass der tschechische König Karl IV. im Jahr 1377 dem Französischen König Karl V. (1338 - 1380) drei tschechische Rattenhunde schenkte. Nach seinem Tod im Jahre 1380 hinterließ Karl V. zwei dieser Hunde seinem Sohn Karl VI.

Der Prazsky Krysarik war eine Zierde am Hofe böhmischer Fürsten und Könige und gelangte als Geschenk an die Höfe von Europäischen Herrschern. Es wird vermutet, dass der kleine Hund als ein Symbol der tschechischen Unabhängigkeit und Souveränität gesehen wurde. Später verbreitete er sich dann ebenfalls im einfachen Volk, wo er vorwiegend als flinker Rattenfänger gehalten wurde, deshalb auch der Name Krysarik (Rattler).

Viele Perioden, vom fast gänzlichen Verschwinden bis zur Wiederbelebung, musste die Rasse durchstehen. Nach der Niederlage in der Schlacht am Weißen Berg floh König Frederik und Königin Elizabeth und die tschechische Königsfamilie, wodurch die Rasse ihre Bedeutung verlor.

Dank engagierter Hundefreunde verschwand sie jedoch nie vollständig. Theodor Rotter und Otakar Karlik setzten sich intensiv für die Erhaltung des kleinen Krysarik ein und spürten um 1930 die besten noch erhaltenen Exemplare auf um mit ihnen zu züchten. Unglücklicherweise verloren Sie in den Kriegswirren um 1950 sämtliche Zuchtunterlagen. Erst der zweite Versuch, die alte Rasse zu retten, gelang gute 30 Jahre später unter Leitung von Dipl. Ing. Findejs. Am 12.10.1980 wurde der Prazsky Krysarik in das Zuchtbuch des tschechischen Züchterverbandes (CMKU) als national anerkannte Rasse eingetragen. Die Kommission der Berater hat mit Ing. Jan Findejs ganze 10 Jahre, bis 1990, gearbeitet. Nach dem der gefestigte Typus und die Überlebensfähigkeit der Rasse bestätigt wurde, haben sich die Züchter entschlossen, den Klub pratel psu prazskych krysariku (Klub der Freunde der Hunde Prazsky Krysarik) zu gründen, damals noch unter dem Namen Klub der Züchter des Prazsky Krysarik CSR.








Am 17.03.1990 fand das Treffen zur Gründung des Klubs als juristische Person statt. Die Mitgliederversammlung stimmte über das weitere Programm und die Tätigkeit des Klubs zur notwendigen Propagierung der Rasse ab. Die erste offiziell anerkannte Spezialausstellung mit Vergabe des Titels CAC fand am 25.08.1990 bei der Kreisausstellung in Kladno statt (siehe folgende Bilder).



Der erste eingetragene Zwinger mit dem Namen "Odkaz stredoveku" (Erbe des Mittelalters) gehörte Frau Libuse Ondrouskova Starkoc. Der erste Wurf fiel am 12. September 1982 aus der Verpaarung von Kikina und Filip. Die erste Hündin mit Ahnentafel war somit Anni Odkaz stredoveku, Reg.-Nr. CsHPK reg 1/82, mit dem typischen Kopfausdruck, gerader Nasenlinie, langem stehendem Ohr und dunklem Auge. Von ihr hat sich Frau Dagmar Fibirova eine Hündin angeschafft - Heidi Odkaz stredoveku, CsHPK reg 40/86/88 und hat die Zuchtstätte Palu, später Black Palu, gegründet. Sehr erfolgreich in der Zucht war der Rüde Bodie palu. Eine weitere der ersten Zuchtstätten ist Modry syenit von Frau Bozena Halamkova. Sie suchte zwei voneinander unabhängige Hunde aus - den Rüden Bonny und die Hündin Ajka - deren Nutzung in der Zucht gut gelungen ist. Aus der Verpaarung diese beiden Hunde fiel 1984 die Hündin Akina Modry syenit mit der Reg-Nr. 16.





Der Zwinger Londag baute seine Zucht auf der Hündin Petite auf, die mit dem Rüden Gerdi Odkaz stredoveku die Hündin namens Anite Londag zeugte. Anite, gedeckt durch Bodie Palu warf am 26.07.1990 den Rüden Cvokie Londag, der als Deckrüde sehr erfolgreich wurde. Der erste Wurf in der Zuchtstätte ze Vceli zahrady von Ing. Jan Findejs war aus der Verpaarung Fipo z Martinkova chovu x Ejka Odkaz stredoveku. An diese Stelle muss die Zuchtstätte z Martinkova chovu erwähnt werden. Diese Zuchtstätte war die einzige, die damals im größeren Rahmen gezüchtet hat. Die Nachfrage nach Prazsky Krysariks war groß, Wartezeiten bis zu mehreren Jahren waren keine Seltenheit. Es gab auch ausgezeichnete Hunde in dieser Zuchtstätte, aber schon damals wurden hier in die Zucht auch nicht wünschenswerte Tiere integriert, nur um die Größe der Hunde zu verringern, denn damals gab es eine große Nachfrage nach winzigen Krysariks.
Die Anzahl der eingeschriebenen Prazsky Krysariks nähert sich der Viertausend. In 30 Jahren der Zuchtarbeit wurden somit Viertausend Rüden und Hündinnen gezüchtet. Viele der Züchter von den Anfängen sind nicht mehr unter uns - manche haben mit der Zucht des Krysariks aufgehört und züchten andere Rassen, manche sind leider für immer gegangen. Die Zucht ist keine Frage von Jahren, sondern von Jahrzehnten. Daran, wie die nächsten viertausend Krysariks aussehen werden, werden heutige Züchter ihren Anteil haben und die, die erst Züchter werden. Davon, wie sie die Zucht angehen werden, hängt die Zukunft des Prazsky Krysariks ab.

In Anbetracht der Beweise über die Existenz des Krysariks lange vor der Entdeckung Amerikas, darf diese kleine Rasse nicht mit dem Chihuahua verwechselt werden. Wenn wir die zugänglichen historischen Daten auswerten, stellen wir fest, dass der Prazsky Krysarik etwa seit dem Jahre 800 n.Chr. mit dem böhmischen Land verbunden ist. Zwölf Jahrhunderte - das ist Grund genug, ihn zu erhalten und an die kommenden Generationen weiterzugeben.